Palermo: Sehenswertes, Übernachten und Unterwegssein
Zweihundert Jahre lang, ab 831, war Palermo eine arabische Stadt und eine der größten Europas, und als die Normannen sie 1072 eroberten, behielten sie die arabischen Handwerker, die griechischen Mosaikkünstler und die arabische Sprache am Hof. Was sie gemeinsam schufen — Kirchen mit roten Kuppeln, eine Kapelle mit islamischer Decke über christlichen Heiligen —, gleicht nichts anderem in Europa. Zwei bis drei Stunden, eben, und für die Kirchen müssen die Schultern bedeckt sein.
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Die zehn besten Orte in Palermo
1Palazzo dei NormanniThe royal palace, still Sicily’s parliament; closed some days for sessions
2Cappella PalatinaByzantine mosaics under an Arab painted ceiling; go at opening
3Kathedrale von PalermoThe tombs of the Norman kings and the emperor Frederick II; climb the roof
4La MartoranaA Greek church of gold mosaics, and Christ crowning a Norman king
- 5San Cataldo
Three red domes on a bare stone box; Arab builders, Norman patron
6San Giovanni degli EremitiRed domes and a cloister garden of citrus
7Quattro CantiThe baroque crossroads that divides the old town in four
8Fontana PretoriaA fountain of naked statues the town called the fountain of shame
9Teatro MassimoThe largest opera house in Italy; the steps of the last Godfather scene
10Teatro PoliteamaA circus-shaped theatre with a bronze chariot on top
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Arabische Baumeister, normannische Könige
Zweihundert Jahre lang, ab 831, war Palermo eine arabische Stadt und eine der größten Europas, und als die Normannen sie 1072 eroberten, behielten sie die arabischen Handwerker, die griechischen Mosaikkünstler und die arabische Sprache am Hof. Was sie gemeinsam schufen — Kirchen mit roten Kuppeln, eine Kapelle mit islamischer Decke über christlichen Heiligen —, gleicht nichts anderem in Europa. Zwei bis drei Stunden, eben, und für die Kirchen müssen die Schultern bedeckt sein.
- Cappella Palatina · Roger II., der erste normannische König von Sizilien, ließ diese Kapelle ab 1132 in seinem Palast errichten. Die Wände zeigen byzantinische Goldmosaiken von Christus und den Heiligen; die Holzdecke darüber wurde von muslimischen Künstlern aus der fatimidischen Welt geschnitzt und bemalt, mit Tänzern, Musikern und weintrinkenden Männern — die einzige derartige islamische Malereidecke, die vollständig erhalten ist.
- Porta Nuova · Das Tor neben dem Palast wurde 1583 für den Sieg Karls V. in Tunis errichtet, und an seiner Außenseite tragen vier in Stein gemeißelte maurische Gefangene mit Turban den Bogen. Von hier führt die alte Hauptstraße geradewegs durch die Stadt hinunter zum Meer.
- San Giovanni degli Eremiti · Fünf rote Kuppeln auf einem schlichten Steinblock, um 1140 von Roger II. über einem älteren Bau errichtet, der vielleicht eine Moschee war. Dahinter liegt ein kleiner Kreuzganggarten mit Zitronenbäumen und Palmen, in dem nichts in Nordafrika fehl am Platz wirken würde.
- La Martorana · 1143 von Rogers Admiral Georg von Antiochia, einem Griechen, erbaut und noch heute von der albanischen Gemeinde für den byzantinischen Ritus genutzt. Im Inneren zeigt ein Mosaik Christus, der Roger II. krönt, welcher wie ein byzantinischer Kaiser gekleidet ist. Die Nonnen des Klosters nebenan erfanden die frutta martorana, Marzipan, das so geformt und bemalt ist, dass es genau wie Obst aussieht.
- Quattro Canti · Hier kreuzen sich die beiden Hauptstraßen der Altstadt, und im frühen siebzehnten Jahrhundert wurden die Ecken zu vier geschwungenen Barockfassaden umgebaut, jede mit einer Jahreszeit, einem spanischen König und einer Schutzheiligen eines der vier Stadtviertel. Je nach Tageszeit beleuchtet die Sonne eine Ecke nach der anderen.
- Kathedrale von Palermo · 1185 an der Stelle der Großen Moschee erbaut, die ihrerseits einst eine Kirche gewesen war; eine Säule des Portikus trägt noch immer einen Koranvers. Im Inneren stehen die Porphyrgräber der normannischen Könige und Friedrichs II., des Kaisers, der in dieser Stadt aufwuchs, Arabisch sprach und das Staunen der Welt genannt wurde.
Märkte, Mumien und die Mafia
Palermos Straßenleben ist das lauteste Italiens — Märkte, auf denen die Händler ihre Preise noch immer in einem Dialekt voller arabischer Wörter singen — und seine jüngere Geschichte ist die härteste. Diese Route führt von den Märkten und dem Straßenessen zum Gefängnis der Inquisition und zu den Orten, an denen sich die Stadt nach den Morden von 1992 gegen die Mafia erhob. Ein halber Tag, zu Fuß und mit einer kurzen Taxifahrt.
- Ballarò · Der älteste Markt Palermos zieht sich seit tausend Jahren durch die Albergheria. Die Händler rufen und singen — die abbanniata, ein Marktruf, dessen Wurzeln bis zum arabischen Souk zurückreichen —, und zwischen Fisch und Gemüse stehen die Stände mit Straßenessen: panelle, Kichererbsenfladen im Brötchen, und arancine, die in Palermo rund und weiblich sind.
- Piazza Meschita · Hier lag das Herz der Giudecca, einer der größten jüdischen Gemeinden des mittelalterlichen Europa, und der Platz ist nach ihrer Synagoge benannt — meschita, vom arabischen Wort für Moschee, denn so nannten die Juden des arabischen Palermo ihr Gebetshaus. 1492 vertrieb Spanien, das Sizilien beherrschte, sie alle. 2017 überließ das Erzbistum der kleinen neuen Gemeinde ein nahe gelegenes Oratorium, damit sie dort wieder eine Synagoge haben kann.
- Antica Focacceria San Francesco · Seit 1834 geöffnet und der Ort, um pani câ meusa zu probieren — ein weiches Brötchen mit gekochter, in Schmalz gebratener Milz und Lunge, mit Käse oder mit Zitrone. 2005 weigerte sich der Besitzer, Schutzgeld zu zahlen, und sagte vor Gericht gegen die Mafia aus; seither gilt es in der Stadt als Bekenntnis, hier zu essen.
- Palazzo Steri · Ein Palast aus dem vierzehnten Jahrhundert, der für zwei Jahrhunderte zum Gefängnis der spanischen Inquisition auf Sizilien wurde. Als im zwanzigsten Jahrhundert der Putz von den Zellenwänden entfernt wurde, kamen die Zeichnungen und Aufzeichnungen der Gefangenen zum Vorschein — Schiffe, Heilige, Gebete, Karten, Unschuldsbeteuerungen —, und man kann sie heute lesen.
- Piazza Magione · Ein Platz in der Kalsa, der 1943 durch alliierte Bomben dem Erdboden gleichgemacht wurde und jahrzehntelang als Trümmerfeld liegen blieb. Zwei Jungen, die in diesen Straßen aufwuchsen, Giovanni Falcone und Paolo Borsellino, wurden die Richter, die in den 1980er Jahren Hunderte Mafiosi vor Gericht brachten.
- Der Falcone-Baum · Am dreiundzwanzigsten Mai 1992 sprengte die Mafia die Autobahn vom Flughafen unter Falcones Wagen und tötete ihn, seine Frau und drei Leibwächter; siebenundfünfzig Tage später tötete eine Autobombe Borsellino. Der Ficus vor Falcones Haus wurde zum Mahnmal der Stadt, und noch heute heften Menschen Zettel, Zeichnungen und Briefe daran.
Gold auf dem Hügel
Über Palermo errichteten die normannischen Könige ihre größte Kirche, und das ganze Innere ist aus Gold. Rund um die Stadt liegen die Orte, an denen Palermo aufatmet: der Berg seiner Schutzheiligen, der Strand von Mondello und die seltsame Monstervilla in Bagheria. Ein halber bis ein ganzer Tag, mit Bus oder Auto.
- Kathedrale von Monreale · Wilhelm II. begann sie 1174, und innerhalb von etwa zehn Jahren waren die Wände mit mehr als sechstausend Quadratmetern Goldmosaik bedeckt — die ganze Bibel, von der Schöpfung bis zu den Aposteln, mit einem riesigen Christus in der Apsis. Der Kreuzgang daneben hat über zweihundert Doppelsäulen, jede anders gemeißelt, manche mit arabischen Mustern.
- La Zisa · Ein Sommerpalast, den Wilhelm I. um 1165 begann, benannt nach dem arabischen al-Aziz, dem Prächtigen. Er wurde auf arabische Art klimatisiert: Im Erdgeschoss floss Wasser durch einen Brunnensaal, und Windtürme zogen die gekühlte Luft durch das Gebäude nach oben.
- Kapuzinergruft · Ab dem späten sechzehnten Jahrhundert trockneten die Brüder hier ihre Toten und später auch die von jedem, der zahlen konnte, kleideten sie ein und stellten sie entlang der Gänge auf. Es sind etwa achttausend. Die letzte, ein zweijähriges Mädchen namens Rosalia Lombardo, das 1920 starb, wurde so gut einbalsamiert, dass sie aussieht, als schliefe sie.
- Heiligtum der Santa Rosalia · Als 1624 die Pest wütete, sollten Knochen, die in einer Höhle auf dem Monte Pellegrino gefunden wurden, die der Rosalia sein, einer Einsiedlerin, die dort fünfhundert Jahre zuvor gelebt hatte. Man trug sie durch die Stadt, die Pest endete, und Rosalia wurde zur Schutzheiligen Palermos. Die Höhle ist heute eine Kirche, in der Wasser vom Felsen tropft.
- Mondello · Ein Fischerdorf, das im frühen zwanzigsten Jahrhundert zu Palermos Strand wurde, mit einem Jugendstil-Badepavillon auf Pfählen im Wasser. Der Sand ist weiß, das Wasser türkis, und an einem Sommersonntag ist die halbe Stadt hier.
- Villa Palagonia, Bagheria · Im achtzehnten Jahrhundert säumte ein Fürst von Palagonia die Mauern seiner Villa mit Dutzenden steinerner Ungeheuer — Zwergen, Musikern, Tieren mit Menschenköpfen. Goethe besuchte sie 1787 und nannte sie Wahnsinn, und seither heißt die Villa die Monstervilla.
Anreise und Unterwegssein in Palermo
- Falcone-Borsellino Airport · Named after the two judges the Mafia killed; forty minutes by bus or train
- Palermo Centrale · Trains to Cefalù and the airport, at the foot of the old town
Günstig essen: Palermo
Palermo is one of the great street-food cities of the world, and most of it costs a couple of euro. The essentials: panelle, chickpea fritters in a sesame bun; arancine, rice balls — round here, and called by the feminine name; sfincione, a thick sponge pizza with onions and breadcrumbs; and for the brave, pani câ meusa, boiled spleen fried in lard. Cannoli are filled to order, so the shell stays crisp.
- Antica Focacceria San Francesco · The spleen sandwich and panelle since 1834
- Ballarò · Panelle, octopus and stigghiola, standing
- Vucciria · Street grills and cheap beer after dark
- Mercato del Capo · Arancine and sfincione from the bakeries in the market
- La Martorana · Marzipan fruit, invented by the nuns next door
- Mondello · Fried seafood in a paper cone on the front
Museen: Palermo
Palermo’s Arab-Norman buildings are a world heritage site of their own, and its museums hold what Sicily’s many conquerors left: Greek temple sculpture, Gothic frescoes, Renaissance painting — and the walls of a prison where the Inquisition held its victims.
- Palazzo Steri · The Inquisition’s cells and the prisoners’ graffiti
- Palazzo Abatellis · The Triumph of Death and the Annunciata
- Museo Salinas · Greek temple carvings from Selinunte
- Cappella Palatina · Byzantine gold under an Islamic ceiling
- No Mafia Memorial · Photographs and documents of the anti-Mafia struggle
- La Zisa · An Arab-style palace and a museum of Islamic art
Natur und Ausflüge rund um Palermo
Palermo lies in the Conca d’Oro, the golden shell, a plain of citrus groves ringed by limestone mountains. Monte Pellegrino closes the bay to the north, and west along the coast are some of the wildest shores in Italy, protected as reserves.
- Zingaro Reserve · Coast path and coves, no road, no shade
- Scopello · Sea stacks and the old tuna fishery
- Heiligtum der Santa Rosalia · Monte Pellegrino, the mountain over the city
- Orto Botanico · Giant ficus trees with roots like walls
- Mondello · White sand between two headlands
- Erice · A cable car up to a town in the clouds
Palermo mit Kindern
Palermo is loud and busy, and children either love it or tire fast. The easy wins are a beach day at Mondello, the giant trees of the botanical garden, and the villa of monsters. The catacombs are best left to adults.
- Mondello · Shallow sandy beach
- Orto Botanico · Trees to climb inside the roots of
- Villa Palagonia, Bagheria · Count the monsters on the walls
- Villa Giulia · A public garden with space to run
- Teatro Massimo · Guided tours of a giant opera house
- Foro Italico · A long lawn by the sea for the evening
Heilige Stätten: Palermo
Palermo’s churches were built by Christian kings with Muslim craftsmen and Greek artists, over the site of mosques that had been churches. And in the heart of the old town is the quarter of a Jewish community that lived here for fifteen centuries, until 1492.
- Piazza Meschita · The old Jewish quarter and the name of its synagogue
- Kathedrale von Monreale · Gold mosaics over every wall
- La Martorana · Byzantine rite and Norman mosaics
- San Cataldo · Three red domes, almost bare inside
- Kathedrale von Palermo · A Quran verse on a porch column
- Cefalù Cathedral · The great mosaic Christ of the Normans
Nachtleben: Palermo
Palermo eats late and goes out later. The old market squares turn into open-air bars after dark, the Vucciria first among them, and the young crowd spreads through the lanes of the Kalsa. In summer the night moves to Mondello.
- Vucciria · Grills, beer and music in the old market
- Piazza Magione · The Kalsa bars around the lawn
- Teatro Massimo · Opera, and the steps of the Godfather
- Foro Italico · The evening walk by the sea
- Mondello · Beach bars and summer nights
Häufige Fragen zu Palermo
Was kann man in Palermo sehen?
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Palermo sind Palazzo dei Normanni, Cappella Palatina und Kathedrale von Palermo. Die vollständige Liste auf dieser Seite hat 10 Orte, jeder mit Foto und kurzer Notiz.
Wie viele Tage braucht man in Palermo?
Drei bis vier Tage reichen, um das Wichtigste in Palermo in Ruhe zu sehen, mit mindestens einem Rundgang zu Fuß.
Gibt es in Palermo eine kostenlose Stadtführung zu Fuß?
Ja. sleepntrip hat 3 kostenlose Audio-Rundgänge in Palermo, ohne Guide und ohne Gruppe: Das Handy erzählt an jeder Station die Geschichte. Der erste: Arabische Baumeister, normannische Könige.
Wie kommt man nach Palermo und wie bewegt man sich dort?
Die wichtigsten Wege sind Falcone-Borsellino Airport und Palermo Centrale. Alle Details stehen im Abschnitt Verkehr auf dieser Seite.
Wo übernachtet man in Palermo und was kostet es?
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